GEO · 20. Juni 20265 MIN.
llms.txt – die Datei für KI-Leser

Eine Datei, die erklärt statt verbietet
Fast jede Website trägt seit Jahren eine unscheinbare Datei im Wurzelverzeichnis: die robots.txt, die Suchmaschinen-Crawlern sagt, wo sie hindürfen und wo nicht. Sie ist ein Türsteher. Die llms.txt ist etwas anderes – kein Türsteher, sondern ein Empfangsschild, das KI-Assistenten in klarer Sprache erklärt, worum es auf dieser Seite überhaupt geht und was das Wichtige ist.
Der Gedanke dahinter ist bestechend einfach. Ein Sprachmodell, das deine Seite verstehen will, muss sich sonst durch Navigation, Werbeblöcke und Layout-Ballast wühlen, um an den Kern zu kommen. Eine llms.txt legt ihm diesen Kern direkt hin, als Markdown, aufgeräumt und ohne Beiwerk. Dazu kommt oft eine zweite Datei, llms-full.txt, die nicht nur beschreibt, sondern die Volltexte deiner wichtigsten Seiten gleich mitliefert.
Was reingehört – und was nicht
Der Aufbau ist bewusst schlicht. Oben steht, wer du bist und was du tust, in ein, zwei Sätzen. Darunter folgen deine wichtigsten Seiten, jede mit einer knappen Zeile, die sagt, was dort zu finden ist, und mit einem Link auf den Volltext. Das war es im Kern schon.
Genauso wichtig ist, was du weglässt. Keyword-Listen gehören nicht hinein, weil ein Modell keine Stichwort-Wolke liest, sondern Bedeutung sucht. Marketing-Sprech gehört auch nicht hinein – „Ihr Partner für innovative Lösungen" sagt einer KI exakt nichts und verbrennt nur die Aufmerksamkeit, die du für das Konkrete brauchst. Schreib, als würdest du einem klugen Menschen in zwei Minuten erklären, was deine Seite kann. Genau das versteht die Maschine am besten.
Die ehrliche Einordnung
An dieser Stelle wäre es leicht, die llms.txt zum nächsten großen Ding zu erklären. Das wäre unredlich. Der Standard ist jung, er ist ein Vorschlag und keine Norm, und kein einziges Modell garantiert dir heute, dass es die Datei liest oder gar bevorzugt. Wer dir etwas anderes verspricht, verkauft dir Hoffnung.
Was für die Datei spricht, ist trotzdem stark, und es ist eine simple Kosten-Nutzen-Rechnung. Sie zu erstellen kostet dich fast nichts – eine halbe Stunde, ein Textfile, fertig. Wenn Modelle sie künftig breit nutzen, bist du vorbereitet, ohne noch einmal ran zu müssen; tun sie es nicht, hast du wenig verloren. Bei einem so schiefen Verhältnis zwischen Aufwand und möglichem Ertrag ist Abwarten die teurere Entscheidung.
MERKSATZBei einem so schiefen Verhältnis zwischen Aufwand und möglichem Ertrag ist Abwarten die teurere Entscheidung.
Wir haben sie live
Weil wir ungern über etwas schreiben, das wir nicht selbst einsetzen, hat kreativbuero-haffner.com beides längst live: eine llms.txt, die unsere Seite und ihre wichtigsten Bereiche umreißt, und eine llms-full.txt mit den Volltexten unserer Artikel und Leistungsseiten. Ein KI-Assistent, der bei uns vorbeischaut, muss nichts erraten – er bekommt unsere Inhalte aufbereitet serviert.
Das passt zu der Art, wie wir ohnehin bauen: Wenn Struktur einer Maschine hilft, deine Inhalte richtig zu verstehen, dann geben wir ihr diese Struktur, statt auf ihr Ratespiel zu hoffen. Wie das mit strukturierten Daten und zitierbaren Aussagen zusammenspielt, steht auf unserer Seite zu SEO, GEO & AIO. Die llms.txt ist nur das jüngste Werkzeug in genau dieser Denkweise – eines, das heute wenig kostet und morgen viel wert sein kann.
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